Allergie-Studien in Hannover

Klinische Studien zur Verbesserung der Therapierung von Allergien.
© Fraunhofer ITEM, Nick Neufeld
Das Fraunhofer ITEM führt klinische Studien zur Verbesserung der Therapierung von Allergien durch.

Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM sucht Erwachsene mit Allergien – etwa Heuschnupfen durch Gräser- oder Birkenpollen, Hausstaub- oder Tierhaarallergie – für klinische Studien in Hannover. Neue Wirkstoffe und Therapien gegen Allergien prüfen wir unter anderem in unserem Allergen-Provokationsraum, in der Studien unabhängig von der Pollensaison möglich sind.

Sie können sich auch unabhängig von einer aktuellen Studie unverbindlich registrieren – wir melden uns, sobald eine Studie zu Ihnen passt.

Allergien in Kürze

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe, die Allergene – etwa Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel. Weit verbreitet sind die Pollenallergie (Heuschnupfen) und die Tierhaarallergie. Allergische Erkrankungen treten oft gemeinsam auf: Neurodermitis, Heuschnupfen und allergisches Asthma gehören zum atopischen Formenkreis.

In unserem sogenannten »Pollenraum« können wir mit Hilfe unterschiedlicher Substanzen Allergien provozieren.

Wer kann an einer Allergie-Studie teilnehmen?

Indivduelle Therapie einer Allergie
© Fraunhofer ITEM, Nick Neufeld
Die individuelle Abstimmung der Behandlungsform ist der Schlüssel zu mehr Lebensqualität bei einer Allergie.

Teilnehmen können Erwachsene ab 18 Jahren mit einer Allergie. Jede Studie legt fest, welche Allergie, welche Beschwerden und welche Medikamente passen. Ob Sie infrage kommen, entscheiden unsere Studienärztinnen und Studienärzte anhand Ihres Kontaktbogens und einer Voruntersuchung, je nach Studie mit Allergietest.

Im Kontaktbogen geben Sie an, worauf Sie allergisch sind – etwa Baumpollen und Frühblüher, Gräser, Hausstaub, Tiere, Lebensmittel oder Ambrosia –, seit wann und in welchen Monaten Sie Beschwerden haben. Haben Sie zusätzlich Asthma oder Neurodermitis, können Sie sich gleichzeitig für diese Studien vormerken lassen.

Gut zu wissen: Alle Studien finden in Hannover statt. Bei vielen Studien gilt zwischen zwei Teilnahmen eine Sperrfrist.

Häufige Fragen

    1. Registrieren: Füllen Sie den Online-Kontaktbogen aus oder fordern Sie ihn per Post an.
    2. Prüfung durch das Studienteam: Unsere Studienärztinnen und Studienärzte prüfen Ihre Angaben. Passen Sie zu einer Studie, melden wir uns bei Ihnen.
    3. Aufklärung und Einwilligung: Im Aufklärungsgespräch besprechen wir alle Details mit Ihnen, einschließlich möglicher Risiken. Dazu erhalten Sie die schriftliche Information für Studienteilnehmende. Erst danach entscheiden Sie und unterschreiben die Einwilligungserklärung.
    4. Studie und Abschlussuntersuchung: Je nach Studie folgen ambulante Termine und/oder ein stationärer Aufenthalte und Untersuchungen. Ihre Untersuchungsergebnisse, etwa Blutwerte oder EKG, teilen wir Ihnen mit.
  • Für Ihre Teilnahme erhalten Sie eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Ihre Höhe richtet sich nach Dauer und Aufwand der jeweiligen Studie; manche Studien zahlen zusätzlich eine Fahrtkostenpauschale. Der Betrag wird nach Studienende überwiesen; beenden Sie die Teilnahme vorzeitig, erhalten Sie ihn anteilig.

  • Ihre Sicherheit hat höchste Priorität. Jede Studie wird vor dem Start von einer unabhängigen Ethikkommission geprüft, Arzneimittelstudien zusätzlich vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

    Provokationstests finden unter ärztlicher Aufsicht statt; die Allergenmenge ist genau festgelegt. Unser Studienteam überwacht Sie engmaschig und kann unerwartete Reaktionen frühzeitig erkennen und abfangen. Zwischen den Terminen erreichen Sie über Ihren Notfallausweis die betreuende Ärztin oder den betreuenden Arzt, die Studienzentrale und das Notfalltelefon.

    Sollte Ihnen trotz aller Sorgfalt etwas geschehen, sind Sie durch eine Versicherung abgesichert, die der Auftraggeber der Studie abschließt. Wir arbeiten nach den Leitlinien der Guten Klinischen Praxis (GCP). Ganz ohne Risiko ist keine Studie – deshalb klären wir Sie vorab ausführlich auf. → Mehr zum Genehmigungsverfahren

  • Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie, Medikamente und Therapien für Menschen mit Allergien weiterzuentwickeln. Dafür erhalten Sie:

    • Gründliche Untersuchung: Sie werden ärztlich ausführlich untersucht und erhalten Ihre Befunde.
    • Zeit für Ihre Fragen: Unsere Studienärztinnen und Studienärzte nehmen sich Zeit für Sie und Ihre Allergie.
    • Aufwandsentschädigung für Ihre Zeit und Ihren Aufwand.
  • Ja, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind und die Voraussetzungen der jeweiligen Studie erfüllen. Registrieren Sie sich, dann melden wir uns, sobald eine passende Studie startet.

  • Setzen Sie Ihre Medikamente nie eigenständig ab. Manche Untersuchungen, etwa Allergietests, können durch Medikamente wie Antihistaminika beeinflusst werden; ob und wann Sie etwas pausieren, besprechen unsere Studienärztinnen und Studienärzte vorab mit Ihnen. 

  • Das hängt von der Studie ab. Viele unserer Studien sind doppelblind und placebokontrolliert. Das bedeutet, weder Sie noch unser ärztliches Team wissen, ob Sie ein Prüfmedikament oder ein Placebo bekommen.

  • Aufwandsentschädigungen für Studienteilnahmen zählen zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 Einkommensteuergesetz und müssen dem Finanzamt mitgeteilt werden. Verbindlich berät Sie Ihr Finanzamt oder Steuerberater.

  • Ja, jederzeit und ohne Angabe von Gründen. Die Aufwandsentschädigung erhalten Sie dann anteilig.

  • Im Pollenraum halten sich bis zu 18 Teilnehmende gleichzeitig für eine festgelegte Zeit auf, bei einer großen internationalen Studie zum Beispiel zwei Stunden. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und vor allem die Allergenkonzentration werden genau eingestellt. So lassen sich Heuschnupfen-Beschwerden unter ärztlicher Aufsicht gezielt auslösen – unabhängig von der Pollensaison.

    Erfasst werden zum Beispiel Ihre Beschwerden auf einer Symptomskala, wie frei Sie durch die Nase atmen (Rhinomanometrie) und die Menge Ihres Nasensekrets. Für natürliche Gräserpollen ist die Kammer seit 2001 validiert, für Birkenpollen seit 2014; mit einem patentierten Verfahren lassen sich auch Hausstaubmilben- und Katzenallergene verteilen.

  • Für Birkenpollen hat das Fraunhofer ITEM das im Pollenraum gemessen: Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt wurden 15 Menschen mit Birkenpollenallergie Konzentrationen von 0 bis 1.000 Pollen pro Kubikmeter Luft ausgesetzt. Ab 100 Pollen/m³ nahmen die Nasenbeschwerden deutlich zu; bei 50 Pollen/m³ war ein leichter Anstieg messbar, der unter der Schwelle klinischer Relevanz blieb.

    Die Ergebnisse sind in den International Archives of Allergy and Immunology erschienen (DOI 10.1159/000545509)

  • Provokationstests finden unter ärztlicher Aufsicht statt, die Allergenmenge ist genau festgelegt, und Ihr Befinden wird engmaschig überwacht. Welche Risiken eine Studie im Einzelnen hat, erklären wir Ihnen im Aufklärungsgespräch. 

  • Allergische Erkrankungen treten oft gemeinsam auf. Im Kontaktbogen können Sie mehrere Bereiche gleichzeitig auswählen. Wir prüfen anschließend für welche Studie Sie in Frage kommen.

    → Studien zu Asthma · Studien zu Neurodermitis

Allgemeine Registrierung

Gerne können Sie sich generell bei uns registrieren. Wir kontaktieren Sie dann, sobald Sie in eine unserer Studien passen.