Depressions-Studien in Hannover

Studien zu Depression am Fraunhofer ITEM

Studienärztin im Gespräch mit einem Patienten im Clinical Research Center Hannover
© Fraunhofer ITEM, Nick Neufeld
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch: Unsere Studienärztinnen und -ärzte nehmen sich Zeit für Ihre Fragen.

Das Fraunhofer ITEM in Hannover sucht Menschen mit Depression, die neue Behandlungsmöglichkeiten in klinischen Studien mit erproben möchten. Depressionen lassen sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Doch nicht allen Betroffenen helfen die verfügbaren Therapien ausreichend, und Rückfälle sind häufig.

Deshalb forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an neuen Wirkstoffen und Therapieansätzen. Halten Forschung und Behörden einen neuen Ansatz für vielversprechend, wird er in einer klinischen Studie geprüft – zunächst mit gesunden, später mit erkrankten Menschen.

Wer teilnimmt, wird während der gesamten Studie von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten eng begleitet. Je nach Studie erhalten Teilnehmende die neue Behandlung oder eine Vergleichsbehandlung; das erklären wir Ihnen vorab genau. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie, die Behandlung der Depression für viele Menschen zu verbessern.

Ihre Vorteile als Studienteilnehmerin oder Studienteilnehmer

Proband zu sein bedeutet in jedem Fall, sich Zeit für die eigene Gesundheit zu nehmen. Wer an einer Neurodermitis-Studie am Fraunhofer ITEM teilnimmt, profitiert gleich mehrfach:

  • Zugang zu neuen Therapieansätzen – oft schon, bevor sie allgemein verfügbar sind.
  • Individuelle, gründliche Betreuung durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten, die sich Zeit nehmen.
  • Kostenloser Gesundheits-Check mit hochmoderner Diagnostik: Alle Teilnehmenden erhalten ein genaues Bild ihres Gesundheitszustands.
  • Leistungen ohne Zuzahlung, für die gesetzlich Versicherte beim Arzt normalerweise selbst aufkommen müssen (IGeL).
  • Ein wertvoller Beitrag zum medizinischen Fortschritt – Sie helfen mit, die Behandlung einer Depression für viele Menschen zu verbessern.

Die Krankheit Depression

Eine Depression ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, die Stimmung, Denken, Antrieb und körperliches Befinden über Wochen beeinträchtigt. Medizinisch spricht man von einer depressiven Episode (ICD-10: F32); kehrt sie wieder, von einer rezidivierenden depressiven Störung (F33). Eine Depression ist keine vorübergehende Verstimmung und keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit, die sich behandeln lässt.

Eine Depression zeigt sich bei jedem Menschen etwas anders. Fachleute unterscheiden drei Hauptsymptome:

  • gedrückte, depressive Stimmung
  • Verlust von Interesse und Freude
  • Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit

Häufig kommen weitere Beschwerden hinzu:

  • verminderte Konzentration
  • geringes Selbstwertgefühl und Schuldgefühle
  • innere Unruhe oder Verlangsamung
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit oder Gewichtsverlust
  • Gedanken an den Tod oder an Suizid

Fachleute stellen die Diagnose, wenn mindestens vier dieser Symptome – darunter mindestens zwei Hauptsymptome – über mindestens zwei Wochen bestehen. Je nach Anzahl der Symptome unterscheiden sie leichte, mittelgradige und schwere Depressionen. Oft äußert sich eine Depression auch durch körperliche Beschwerden.

Wenn Sie an Suizid denken, holen Sie sich bitte sofort Hilfe – die Nummern finden Sie im Kasten »Hilfe in akuten Krisen«.

Eine Depression hat selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen, zum Beispiel:

  • Veranlagung: Depressionen in der Familie, frühere depressive Episoden
  • körperliche und andere psychische Erkrankungen
  • hormonelle Umstellungen
  • Belastungen: einschneidende Erlebnisse, dauerhafter Stress, Einsamkeit

Forschende gehen davon aus, dass sich hinter dem Begriff »Depression« biologisch unterschiedliche Erkrankungen verbergen. Das ist ein Grund, warum dieselbe Behandlung bei manchen Menschen gut wirkt und bei anderen kaum.

Depressionen lassen sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln. 

Die wichtigsten Säulen sind Psychotherapie und Medikamente (Antidepressiva). Bei leichten bis mittelgradigen Depressionen kann eine Psychotherapie allein helfen; bei schweren Depressionen ist die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten am wirksamsten. 

Antidepressiva wirken nur, wenn sie regelmäßig und ausreichend lange eingenommen werden. Wer sie vorzeitig absetzt, erhöht das Rückfallrisiko; die Dosis sollte deshalb nie eigenständig verändert werden.

Trotzdem helfen die verfügbaren Behandlungen nicht allen Betroffenen ausreichend: Etwa die Hälfte erlebt nach einer Behandlung erneut eine depressive Episode, bei zwei bis drei von zehn Betroffenen wird die Depression chronisch. Deshalb ist die Depression ein sehr aktives Forschungsfeld.

Häufig gestellte Fragen zu Depressionen

  • Depressionen lassen sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln, und eine depressive Episode klingt mit Behandlung meist wieder ab. Rückfälle sind jedoch häufig; eine ausreichend lange Weiterbehandlung senkt dieses Risiko.

  • Typisch sind gedrückte Stimmung, Freud- und Interessenlosigkeit sowie Antriebsmangel über mindestens zwei Wochen, oft zusammen mit Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen oder Schuldgefühlen. Eine sichere Diagnose stellen Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeutinnen und -therapeuten.

  • Je nach Studie suchen wir Erwachsene mit Depression in verschiedenen Ausprägungen. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich von Studie zu Studie. Ob eine Teilnahme möglich ist, klären wir gemeinsam mit Ihnen.

  • Klinische Studien unterliegen strengen gesetzlichen und ethischen Vorgaben und werden von einer Ethikkommission und den zuständigen Behörden geprüft. Sie werden vor Studienbeginn ausführlich aufgeklärt und während der gesamten Studie medizinisch eng betreut.

  • Die Studien des Fraunhofer ITEM finden im Clinical Research Center Hannover (CRC Hannover) statt, Feodor-Lynen-Straße 15, 30625 Hannover.

  • Sie können sich unverbindlich über das Fraunhofer ITEM anmelden. Wir informieren Sie anschließend über aktuelle und geplante Neurodermitis-Studien.

  • Bitte setzen Sie Antidepressiva niemals eigenständig ab und verändern Sie die Dosis nicht selbst. Ob eine bestehende Behandlung für eine Studie angepasst werden müsste, entscheiden die Studienärztinnen und -ärzte gemeinsam mit Ihnen und Ihren Behandelnden.

  • Nein, nicht von uns. Studienärztinnen und -ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

  • Ja. Sie können Ihre Teilnahme jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden, ohne dass Ihnen Nachteile für Ihre weitere Behandlung entstehen.

  • Unverbindlich über unser Online-Formular oder telefonisch bei der Studienzentrale, werktags von 8 bis 16 Uhr unter 0511 5350-8181. Wir informieren Sie anschließend über aktuelle und geplante Depressions-Studien.

Hilfe in akuten Krisen

Wenn Sie an Suizid denken oder sich in einer akuten Krise befinden, holen Sie sich bitte sofort Hilfe:

  • Notruf 112 – oder direkt die nächste psychiatrische Klinik
  • Telefon Seelsorge, kostenlos, anonym und rund um die Uhr: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxiszeiten: 116117
  • Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Information, keine Krisenhilfe): 0800 33 44 533

In einer Krise nutzen Sie bitte diese Nummern.

Allgemeine Registrierung

Gerne können Sie sich generell bei uns registrieren. Wir kontaktieren Sie dann, sobald Sie in eine unserer Studien passen.