Neurodermitis-Studien in Hannover

Studien zu Neurodermitis am Fraunhofer ITEM

Neurodermitis-Patient erhält eine gesamt-gesundheitliche Betrachtung
© Fraunhofer ITEM, Nick Neufeld
Jeder Neurodermitis-Patient wird bei uns individuell untersucht. Die Ärzte nehmen sich viel Zeit, um den Gesundheitszustand zu besprechen.

Probandinnen und Probanden, die an den Studien des Fraunhofer ITEM teilnehmen, machen sich in mehrfacher Hinsicht verdient. Neurodermitis ist bis heute nicht heilbar, und die verfügbaren Therapien helfen längst nicht allen Betroffenen ausreichend. Um Menschen mit Neurodermitis mehr Lebensqualität und beschwerdefreie Zeit zu schenken, forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fraunhofer ITEM an neuen Wirkstoffen und Behandlungsmöglichkeiten. Halten Forschung und Behörden eine neue Methode für vielversprechend, wird sie in einer klinischen Studie zunächst an gesunden und später an erkrankten Menschen getestet.

Wer teilnimmt, erhält nicht nur frühzeitig Zugang zu neuen Therapieansätzen, sondern wird von erfahrenen Medizinerinnen und Medizinern gründlich und individuell betreut. Für jede Patientin und jeden Patienten nehmen wir uns ausreichend Zeit – schließlich tragen die Teilnehmenden mit ihrer Studienteilnahme entscheidend zum medizinischen Fortschritt bei.

Ihre Vorteile als Studienteilnehmerin oder Studienteilnehmer

Proband zu sein bedeutet in jedem Fall, sich Zeit für die eigene Gesundheit zu nehmen. Wer an einer Neurodermitis-Studie am Fraunhofer ITEM teilnimmt, profitiert gleich mehrfach:

  • Zugang zu neuen Therapieansätzen – oft schon, bevor sie allgemein verfügbar sind.
  • Individuelle, gründliche Betreuung durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten, die sich Zeit nehmen.
  • Kostenloser Gesundheits-Check mit hochmoderner Diagnostik: Alle Teilnehmenden erhalten ein genaues Bild ihres Gesundheitszustands.
  • Leistungen ohne Zuzahlung, für die gesetzlich Versicherte beim Arzt normalerweise selbst aufkommen müssen (IGeL).
  • Angemessene Aufwandsentschädigung, die sich an den Bedingungen der jeweiligen Studie orientiert.
  • Ein wertvoller Beitrag zum medizinischen Fortschritt – Sie helfen mit, die Behandlung der Neurodermitis für viele Menschen zu verbessern.

Auch gesunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wichtig: Als Vergleichsgruppe liefern sie die Grundlage für aussagekräftige Forschung – und nutzen zugleich die Chance, den eigenen Gesundheitszustand kostenlos überprüfen zu lassen.

Die Krankheit Neurodermitis

Neurodermitis – medizinisch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt – ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Sie verläuft typischerweise in Schüben: Auf beschwerdearme Phasen folgen Zeiten, in denen die Haut stark entzündet ist. Charakteristisch sind eine trockene, empfindliche Haut und ein oft quälender Juckreiz.

Neurodermitis ist nicht ansteckend. Sie gehört zum sogenannten atopischen Formenkreis und tritt daher häufig gemeinsam mit Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) und allergischem Asthma auf. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter beginnen. Besonders häufig zeigt sie sich bereits im Kindesalter und schwächt sich bei vielen Betroffenen mit den Jahren ab – bei anderen bleibt sie bis ins Erwachsenenalter bestehen oder tritt dort erstmals auf. In Deutschland sind Millionen Menschen betroffen, darunter ein erheblicher Anteil der Kinder.

Das Beschwerdebild kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • Starker Juckreiz – das Leitsymptom, das die Lebensqualität oft am stärksten beeinträchtigt
  • Trockene, raue und empfindliche Haut
  • Gerötete, entzündete Ekzeme, die nässen, schuppen oder verkrusten können
  • Verdickte, vergröberte Haut an häufig gekratzten Stellen (Lichenifikation)

Betroffen sind vor allem die Ellenbeugen, Kniekehlen, der Hals- und Nackenbereich, das Gesicht sowie die Hände und Handgelenke. Bei Säuglingen zeigen sich die Ekzeme häufig zuerst an Wangen und Kopfhaut.

Der Juckreiz führt oft in einen belastenden Juck-Kratz-Kreislauf: Kratzen verschafft kurz Linderung, schädigt aber die Haut weiter und verstärkt so die Beschwerden. Als Folge kommt es häufig zu Schlafstörungen, Konzentrations- und Leistungsproblemen sowie zu einer erheblichen seelischen Belastung. Durch die geschädigte Hautbarriere steigt zudem das Risiko für Hautinfektionen.

Die Entstehung der Neurodermitis ist bis heute nicht in allen Einzelheiten geklärt. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus: einer erblichen Veranlagung, einer gestörten Hautbarriere und einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Häufig tritt die Erkrankung familiär gehäuft auf.

Bei vielen Betroffenen lösen bestimmte Reize einen Schub aus oder verschlimmern die Beschwerden. Zu den häufigsten Auslösern (Triggern) zählen:

  • kratzende Textilien wie Wolle
  • Hitze und Schwitzen sowie trockene oder kalte Luft
  • Infekte wie Erkältungen oder grippale Infekte
  • psychische Belastung und Stress
  • Allergene und Reizstoffe (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, bestimmte Nahrungsmittel, aggressive Reinigungsmittel)

Welche Faktoren im Einzelfall eine Rolle spielen, ist sehr individuell. Sie zu kennen und möglichst zu meiden, ist ein wichtiger Baustein jeder Behandlung.

Neurodermitis ist nicht heilbar, lässt sich heute aber gut behandeln. Ziel ist es, den Juckreiz zu lindern, Entzündungen zurückzudrängen, Schübe zu verhindern und so die Lebensqualität zu verbessern.

Das Fundament bildet die Basistherapie: eine konsequente, rückfettende Hautpflege, die die geschwächte Hautbarriere stabilisiert und die Haut widerstandsfähiger macht. Im akuten Schub kommen äußerlich anzuwendende Medikamente zum Einsatz, etwa Kortikosteroide, Calcineurin-Inhibitoren und neuere lokale Wirkstoffe, die die Entzündung gezielt hemmen.

Bei mittelschweren bis schweren Verläufen, die sich mit äußerlichen Mitteln nicht ausreichend kontrollieren lassen, stehen zunehmend moderne systemische Therapien zur Verfügung – darunter Biologika und sogenannte JAK-Inhibitoren, die gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen. Ergänzend können eine Lichttherapie sowie das Meiden bekannter Auslöser sinnvoll sein.

Gerade weil noch keine Behandlung allen Betroffenen gleich gut hilft, ist die Neurodermitis ein sehr aktives Forschungsfeld. In klinischen Studien werden fortlaufend neue Wirkstoffe untersucht – auch am Fraunhofer ITEM.

Häufig gestellte Fragen zu Neurodermitis

  • Neurodermitis ist bislang nicht heilbar, lässt sich mit modernen Therapien aber gut behandeln. Ziel ist es, Juckreiz und Entzündungen zu lindern, Schübe zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.

  • Nein. Neurodermitis wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Ursächlich sind eine erbliche Veranlagung, eine gestörte Hautbarriere und eine überschießende Immunreaktion.

  • Je nach Studie suchen wir Menschen mit Neurodermitis oder gesunde Freiwillige. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich von Studie zu Studie. Bei Interesse prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, ob eine Teilnahme möglich ist.

  • Ja. Alle Teilnehmenden erhalten eine angemessene Aufwandsentschädigung, deren Höhe sich nach der jeweiligen Studie richtet. Zusätzlich profitieren Sie von einem kostenlosen Gesundheits-Check.

  • Klinische Studien unterliegen strengen gesetzlichen und ethischen Vorgaben und werden von einer Ethikkommission und den zuständigen Behörden geprüft. Sie werden vor Studienbeginn ausführlich aufgeklärt und während der gesamten Studie medizinisch eng betreut.

  • Die Studien des Fraunhofer ITEM finden im Clinical Research Center Hannover (CRC Hannover) statt.

  • Sie können sich unverbindlich über das Fraunhofer ITEM anmelden. Wir informieren Sie anschließend über aktuelle und geplante Neurodermitis-Studien.